Die Große- oder Neue Kirche
in Maassluis.
Der Bau
Die Große- oder Neue Kirche in Maassluis ist eine der ersten Kirchen die
als protestantische Kirche gebaut ist. Der Grundriss ist basiert auf der 'Noorderkerk'
in Amsterdam.
Der Bau der Kirche fing im Jahre 1629 an. Mit einer Unterbrechung von fünf
Jahren war die Kirche im Jahre 1639 fertig. Die Unterbrechung im Bau wurde
verursacht durch die Duinkerker Kaper, die viele Maassluise Fischerschiffe
erbeuteten und die Mannschaft über Bord warfen. Der Bau der Kirche wurde u.a. durch die Steuer auf dem angeführten
Fische finanziert. Die Einweihung fand statt am neunten Oktober 1639. Der
Pfarrer war Johannes Fenacolius (auf Holländisch). Bei dem
Einweihungsgottesdienst waren ungefähr 3000 Menschen anwesend.
Die Aussenseite
Die Kirche ist gebaut worden auf einem Ort wo früher eine Schanze ausser
dem Deich lag, deshalb
spricht man auch noch von der Schanze-Insel.("Schanseiland"). Über
dem Haupteingang gibt der Giebelstein noch an dass man die Kirche auf einer
Schanze gebaut hat. Auf dem Stein steht: "Een oorlochsschans ik was/ den crijchslien
toegewesen/ Nu Christi Kerck ick ben/ een bedehuys verpresen." (Eine
Kriegschanze ich war/ für die Soldaten bestimmt/ Jetzt bin ich eine christliche Kirche/ ein
Bethaus geworden).
Der Architekt des Dachstuhls und des Gewölbes war Maarten Gillesz van der Pijpen, der nach der Lieferung seiner Arbeit einen silbernen Teller bekam mit der Abbildung von der Kirche. Auf diesem Teller, der jetzt im Besitz von der Vormundschaft der Kirche ist, steht die Kirche noch abgebildet mit dem Turm auf dem Dach der Kirche.
Diese Turmkonstruktion zeigte sich einige Jahre nach der Vollendung der
Kirche zu schwer. Im Jahre 1649 ist als Ersatz ein Turm an der Westseite der
Kirche fertiggestellt. Auf der Stelle des Mittelturms kam ein Feierntürmchen
mit einer Windfahne in der Form eines Fischerbootes liegend an einer langen
Leine.
Die Innenseite
In der Kirche befinden sich viele Muster von Fischerschiffen. Auf dem aus
dem Jahre 1660 datierenden Chorheck stehen Kopien von
Heringschiffen aus dem Jahre 1930. Die originellen Muster aus dem Jahre 1649
stehen auf dem Hauptgesims des Fischerwandbords. Die Büse ist ein Vorläufer
des späteren Heringschiffes. Links von dem Haupteingang steht ein Muster von
einer Barke.
Der Predigtstuhl ist verfertigt im Jahre 1639. Der Küster der alten Kirche
in Delft, Simon Simonszn. Dekker, der zugleich Tischler war, arbeitete zufolge
einem Entwurf vom Pfarrer Johannes Fenacolius
(auf Holländisch). Die
Tür ist verziert mit einem kupfernen Türgriff, darstellend
Jona, kommend aus dem grossen Fisch. Die Kanzelbibel wird getragen durch
einen kupfernen Arm.
Rundum den Schalldeckel der Kanzel steht der folgende Text: En de Heere zeide: Zalig zijn degenen die Gods Woord
horen en dat bewaren (Luc 11:28) (Und der Herrgott sagte: Selig sind diejenigen die das Gotteswort hören und
dasselbe aufbewahren (Luk. 11:28)).
Hinter dem Predigtstuhl findet man über der Tür nach dem Konsistorium das
Einweihungswandbord zur Erinnerung an der ersten Benutzung der Kirche am neunten
Oktober 1639. Auf dem Wandbord ist Psalm 122 zu lesen, der Text worüber der
Pfarrer Johannes Fenacolius (auf Holländisch) an diesem Tag predigte.
Der damalige Lehrer in Maassluis, Daniël de Roo, hat das Wandbord angestrichen.

Der Taufgarten ist umgeben mit dem Taufheck. Vor der Kanzel ist am Taufheck
das Taufbecken angebracht. Im Jahre 1837 taufte der Pfarrer Kuyper hier seinen
später berühmten Sohn Abraham
Kuyper.
Die fünf Kronleuchter in der Kirche datieren aus dem Jahre 1710 und sind
gleichfalls aus Kupfer gemacht. Anfänglich gemacht für Kerzenbeleuchtung und
darauf umgebaut für Ölbeleuchtung. Danach ging man über auf Gasbeleuchtung.
Nach dem zweiten Weltkrieg gibt es elektrisches Licht in der Kirche, wodurch man
die Kronleuchter wieder mit Kerzen konnte versehen.
Das Fischerwandbord ist in Auftrag von vier Maassluise Steuerleuten (Fischer)
im Jahre 1649 verfertigt. Der berühmte Kunstmaler Abraham van Beieren hat die
meisten Szenen auf dem Wandbord gemalt. Ein Helfer mit der Signatur "PVT"
hat die übrigen Malerarbeiten versorgt. Nach dem nötigen Zwiespalt nahm das
Kollegium der Grossfischerei im Jahre 1654 die Schuld, die die Steuerleute
gemacht hatten, über. Auf dem Hauptgesims stehen die Muster von einer Heringbüse
und einem anderen Heringschiffe, ebenso aus dem Jahre 1649.
Das Jahrhundertwandbord von 1739 mit texten vom Dichter Hendrik Schim wird
an der Obenseite gekrönt durch einen grossen Vogel; ein Phönix, das Sinnbild
der Auferstehung. Besonder sind die vielen Marmorimitationen. Sechzehn Schneider
in Maassluis schenkten im Jahre 1650 das Schneiderwandbord. Einer von ihnen war
zugleich der Küster dieser Kirche. Die Schalldächer auf beiden Seiten des
Chorheckes sind verfertigt im Jahre
1643 um das hallen in den grossen hohlen Räumen Einhalt zu tun. In den
Jahren 1663 und 1664 hat Pieter Engelbrechtszn. Falk diese bemalt.
Das Chor der Kirche diente bis März 1943
für die Bedienung des heiligen Abendmahls. An der Innenseite des Chorheckes steht: Saligh synse die geroepen
sijn
tot den avontmale vande bruyloft des Lams (Openb 19: 9). (Selig sind sie die gerufen sind zum Abendmahl der Hochzeit des Lamms.(Offenbarung
19:9)).
An der Aussenseite steht der Text: Met der
harten gelooft men ter rechtvaardigheyt ende met den monde belydt men ter
saligheyt (Rom 10: 10). (Mit dem Herz glaubt man zur Rechtfertigung und mit dem Mund bekennt man zur
Seligkeit (Röm. 10:10)). Heutzutage findet die Bedienung des heiligen
Abendmahls vor dem Taufgarten statt.
Die Orgel
Rudolf Garrels (auf Holländisch), der berühmte Orgelbauer, hat im Jahre 1732 die Orgel gebaut. Sie ist ein Geschenk von einem reichen Reeder in Maassluis Govert van Wijn (auf Holländisch). Am neunzigsten Geburtstag des Gebers, am vierten Dezember 1732, wurde die Orgel während eines Gottesdienstes, geleitet durch den Pfarrer Aegidius Francken (auf Holländisch) hinübergetragen an der Kirchegemeinschaft (Bitte, sehen Sie die Beschreibung der Orgel).
Das Kirchesiegel
Das Kirchesiegel (auf Holländisch) der Reformierten Gemeinde von Maassluis
Literatur
- De Grote Kerk Maassluis 1639 - 1989, T. Mastenbroek en J.J. Bosman, Maassluise
Drukkerij, Maassluis
- Geschiedenis van Maassluis, S. Blom, De Maassluise Boekhandel, Maassluis
Weitere Auskunfte
Der Küster der Kirche ist Herr
W.P. Dijkstra, tel +31 6 53646807 oder +31 10 5913958 (Kirche).
Die Adresse der Kirche ist: Kerkplein 2, 3144 EK Maassluis
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Version: 13. September 2007.
Übersetzung : H.G. van Hoeven.