Die Orgel in der Großen Kirche
zu Maassluis
Die Orgel

Rudolf Garrels wurde im ostfriesischen Norden geboren. Als >Geselle< hatte er das Fach bei dem deutschen Orgelbauer Arp Schnitger gelernt. Wie soviele Lehrlinge dieses berühmten Orgelbauers, zog auch Garrels über die Grenze und siedelte sich in Groningen an. Von hier aus baute er mehrere Instrumente nach der schnitgerschen Tradition, wie beispielsweise die heute noch bestehende Orgel in Anloo (1718). Danach zog er gen Westen und wohnte in Leiden und den Haag. In den späteren Werken von Garrels finden wir eine Synthese der niederländischen und deutschen Orgelbaukunst. Namentlich die Dreiklavierorgel in Maassluis dürfte hier als gutes Beispiel genannt werden. So gab Rudolf Garrels das Bildhau- und Schnitzwerk des Gehäuses dem Maassluiser Schreiner und Bildhauer Daniel de Vries in Auftrag.
Die Struktur der neunteiligen Front des Haupt- und Oberwerkes erinnert zwar
an den Plan mancher Schnitgerorgeln, kommt jedoch mehr in Richtung der
Instrumente aus der Duyschot-Tradition. Charakteristisch ist dabei die
senkrechte, statt der norddeutschen waagerechten, Akzentuierung. Eine Zeichnung,
die entsteht, indem man die größten Frontpfeifen in den mittleren Turm
aufstellt und die Türme zu beiden Seiten auf eine niedrigere Höhe des Gehäuses
situiert. Dabei bildet die prachtvolle Holzkappe, zu beiden Seiten
herunterlaufend, eine Verbindung zwischen diesen drei Punkten. Modern im
Prospekt zu Maassluis ist das untere Gehäuse, ohne Konsolen, gerade unter die
Pedaltürme gezogen.
Dies sind nur einige Elemente, die eine Synthese zwischen Schnitgers Baustil
und Form, und den Einflüssen der holländischen Hagerbeer-Duyschot-Tradition
markieren. Auch im Aufbau der Disposition finden wir davon Beispiele zurück. So
stellte Garrels auf jedes Manualwerk eine Trompet 8' auf, während er im
Oberwerk eine Vox Humana in Kombination mit einer Baarpijp 8' und Quintadena 8'
hinzufügte. Auch im Aufstellen eines Cornet imn Hauptwerk ließ Garrels sich
durch Vorbilder aus der niededändischen Schule beeinflussen.
Auch die Maassluiser Orgel blieb im laufe der Zeiten dem wechselnden
musikalischen Geschmack von Orgeibauern und Organisten nicht erspart. Mehr oder
weniger eingreifende Änderungen am Instrument fanden statt unter Jacobus
Robbers (1772-1773), Andries Wolfferts (1789-1801), Abraham Meere (1805),
Jonathan Bätz (1840), Michael Maarschalkerweerd (1881) und zwei Generationen
Van Leeuwen (1938-1965).
Eine erste Restauration, die zum ursprünglichen Zustand von 1732 zurückzugehen versuchte, fand in den Jahren 1956-1965 statt. Schon bald aber erwies sich, daß die Orgel einer gründlicheren Revision bedürfte. 1975 beschloß der damalige Kirchenvorstand denn auch zu einer sofortigen und eingreifenden Restauration, um so die Garrelsorgel wieder in aller Pracht und Prahl in ihren ursprünglichen Zustand zurückzubringen, und so für die Nachwelt zu erhalten. Der umfangreiche Plan erhieit die völlige Zustimmung und Mithilfe des Reichsdienstes für Denkmalschutz. Den Auftrag zu dieser Restauration erhielten die Orgelbauer Pels und Van Leeuwen in Waardenburg. Der Reichsberater für Orgeln, O. B. Wiersma begleitete die Arbeit in vorzüglicher Zusammenarbeit mit Dr M. A. Vente und dem festen Organisten der Großen Kirche zu Maassluis, Feike Asma (auf Holländisch).
Bei der Realisierung des Restaurationsplanes hat die Ehrfurcht vor dem Werk
von Rudolf Garrels zentral gestanden. Trotzdem war eine Rückkehr zu der
Situation von 1732 nicht möglich. Ein wichtiger Anhaltspunkt während der Restauration war der Zustand des
Instrumentes im Jahre 1840, dem Jahr, in dem Jonathan Bätz die Orgel wieder für
viele Jahre gut bespielbar machte. Während der letzten Restauration ist die
ganze Windversorgung erneuert. Die Windladen des Hauptwerkes, Rückenpositivs
und Pedals wurden möglichst wieder in den ursprünglichen Zustand zurückgebracht.
Die verschwundene Lade des Oberwerkes wurde handwerklich nachgebaut und wieder
eingesetzt. Die völlige Registermachanik wurde durch eine neue ersetzt. Vieles
vom historischen Pfeifenmaterial war im Laufe der Zeiten beschädigt. Es mußte
restauriert oder in altem Stil wieder hinzugemacht werden. Der Open Subbas 16'
aus dern Jahre 1938 wurde zusammen mit der Bazuin 32' aus dem Jahre 1975 auf
eine separate Lade hinter das Orgelgehäuse aufgestellt. Dadurch behielt die Garrelsorgel auch nach der Restauration vom Jahre 1978
jene breite Basis. Bis auf den heutigen Tag blieb das Klangbild unbeschädigt
erhalten.
Die Disposition der Garrels-Orgel in der Großen- oder Neuen Kirche in Maassluis

Hoofdwerk |
Bovenwerk |
Rugwerk |
Pedaal |
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(C-g3) |
(C-g3) |
(C-g3) |
(C-f) |
| Prestant 16' | Baarpijp 8' | Prestant 16' (discant) | Open subbas 16' |
| Octaaf 8' | Holpijp 8' | Prestant 8' | Bourdon 16' |
| Holpijp 8' | Quintadeen 8' | Holpijp 8' | Roerquint 12' |
| Octaaf 4' | Viola 8' | Octaaf 4' | Octaaf 8' |
| Nachthoorn 4' | Prestant 4' | Roerfluit 4' | Octaaf 4' |
| Quint 3' | Fluit 4' | Quint 3' | Mixtuur 5 sterk |
| Octaaf 2' | Nasard 3' | Octaaf 2' | Bazuin 32' |
| Cornet 4 sterk (discant) | Octaaf 2' | Woudfluit 2' | Bazuin 16' |
| Mixtuur 4-6 sterk | Sifflet 1' | Sexquialter 3 sterk (discant) | Trompet 8' |
| Scherp 4 sterk | Tertiaan 2 sterk | Mixtuur 4-6 sterk | Trompet 4' |
| Dulciaan 16' | Mixtuur 4-5 sterk | Trompet 8' | |
| Trompet 8' | Trompet 8' | Tremulant | |
| Tremulant | Dulciaan 8' | ||
| Vox Humana 8' | |||
| Tremulant |
Die Kuppelungen:
Bovenwerk + Hoofdwerk, Rugwerk + Hoofdwerk, Hoofdwerk + Pedaal, Rugwerk + Pedaal, Bovenwerk + Pedaal.
Der Organist
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Jaap Kroonenburg (auf Holländisch) ist der ständige Organist der Garrels-Orgel in Maassluis. |
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| Von 1965 bis 1984 war Feike Asma
(auf Holländisch)
(1912-1984) der Organist der Garrels-Orgel
in Maassluis.
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Weitere Auskunft
Aktuelle Berichte (auf Holländisch)
Orgelkonzerte
Übrige Konzerte
Abbildung: 'Bovenwerk' (Obenwerk) mit drei Zungewerken
Abbildung: Kupfergravüre aus 1732
Es handelt sich in weiteren Seiten um Feike Asma, der Organist Zwart,
Garrels-Orgeln und Kirchenorgeln
Schallfragment: Anfangstakt Concerto
del Sigr. Meck (LV 134) Johann Gottfried Walther in MP3-Format
Schallfragment: Anfangstakt Festliche Musik alla Haendel, opus 101 Sigfrid
Karg-Elert in MP3-Format
Literatur
- Van een deftig orgel, Jan Zwart, 2e vermeerderde druk, Uitgeverij en Antiquariaat
"Jan Zwart" Koog aan de Zaan
- De Grote Kerk Maassluis 1639 - 1989, T. Mastenbroek en J.J. Bosman, Maassluise Drukkerij,
Maassluis
Der Orgelausschuss
Das Sekretariat des Ausschusses der 'Groote Kerk' befindet sich in:
Touwbaan 68, 3142 BV Maassluis, Niederlanden, Ruf Nr. +31.10 5923417.
Der Küster der Kirche ist Herr
Die Adresse der Kirche ist: Kerkplein 2, 3144 EK Maassluis. Sie können auch einen "e-mail"
senden.
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Version: 28. Mai 2004.
Übersetzung: H.G.van Hoeven.